Balance – ein Zeitstück
Ein multimediale Inszenierung von Wolfgang H Scholz
Das Leben besteht aus dem zufälligen Zusammentreffen unterschiedlicher Wahrnehmungen. Das Stück "Balance - ein Zeitstück" besteht aus fünf Teilen:
die Suche - die Illusion vom Uranfang, die Sehnsucht nach einer Begegnung
das Finden - der Zufall der Begegnung
das Erleben - der Kompromiss, das gemeinsame Leben
das Verlieren - die Trennung
der Endort und Neuanfang - der Traum von der "reinen" Wiederholung
Die Tänzerin wird vom Operator auf die Bühne hereingetragen/“eingesetzt“.
Sie bewegt sich fast unmerklich in die Mitte des Raumes.
Bricht ab und beginnt erneut. Der Musiker - Klang, Geräusch, der Raum, die Zeit
Der Film – zwei Bilder, die Teile der Tänzerin projizieren
Zwei Projektionen, zeitgleich gestartet, durch die Projektionstechnik „auseinander“ laufend, so dass bei jeder Aufführung ein andere Situation entsteht.
Der Musiker hinter der Projektionswand kann die Bewegungen der Tänzerin nicht wahrnehmen, muss sich einen eigenen Rhythmus bilden. Die Tänzerin mit dem Rücken zur Projektion muss ihren „Weg“ zwischen Klangfläche des Musikers und der eingespielten Geräusche und Film (der ja eigentlich im gleichen Moment die selben Bewegungen der Tänzerin zeigt) finden. Neue Bilder entstehen beim Betrachter bei jeder Aufführung.
Drei Künstler erzählen ihren Weg, die Art und Weise sich entlang dieses gewählten Weges zu bewegen. Jeder erzählt autark und authentisch. Es gibt Stellen wo Bilder entstehen, die durch die Zufälligkeit des Zusammentreffens neu sind. Es gibt Überschneidungen, aber kein kommentieren oder interpretieren der Bilder, Bewegungen oder der Klänge.
Durch eine Veränderung der Geschwindigkeit, des Rhythmus entsteht eine andere Bewegungs - Klang - Bild - Assoziation. Der Versuch drei Personen "unabhängig" vom erwarteten Rhythmus erzählen zu lassen.
Es geht um die Bewegung in der Relation zur Zeit.
Um den Endort, das sogenannte Ziel - Anfang und Ende einer Strecke.
Inwieweit ist dieses Ende deutlich und festhaltbar?
Kann man davon neu ausgehen - alle Wege scheinen benutzt.
Alles benötigt ein Ziel - ein Ende, dessen Bestimmung es nicht gibt
Die Angst vor dem Verlust und die Illusion vom Endort hält uns auf dem Weg.
Konzeption, Regie, Operator: Wolfgang H Scholz
Tanz: Fine Kwiatkowski
Musik (Life Percussion): Wieland Schreiber
Film für die 2-Kanal Video Projektion:
Regie: Wolfgang H Scholz
Schnitt: Volker Becker-Battaglia
Produktion: Gasteig Munich und Sic! Film GmbH, Munich
Länge: 60:00 Min.
Jahr: 1994
© copyright 1994, Wolfgang H Scholz